Kita-Gutscheine lösen Subvention ab

Per 2019 sollen alle Berner Gemeinden Kita-Gutscheine ausstellen können. Der Kanton will die Betreuungsgutscheine mitfinanzieren und den Systemwechsel möglichst kostenneutral umsetzen.

Ab 2019 können alle Berner Gemeinden Betreuungsgutscheine für Kitas einführen.

Ab 2019 können alle Berner Gemeinden Betreuungsgutscheine für Kitas einführen. Bild: Fotolia/Keystone

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Was in der Stadt Bern 2014 mit einem Pilotprojekt begann, will die Regierung nun auf den ganzen Kanton ausdehnen: Ab Januar 2019 können alle Berner Gemeinden Gutscheine für die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten ausstellen.

Die Eltern lösen diese Gutscheine dann bei einer Kita ihrer Wahl ein. Die Gutscheine sind einkommensabhängig. Wie der Regierungsrat gestern mitteilte, löst das Gutscheinsystem die Direktsubvention der Kitas ab.

«Arbeitsverweigerung»

Bereits 2011 hatten die Stimm­berechtigten der Stadt Bern entschieden, Betreuungsgutscheine einzuführen. Andere Gemeinden wie Ostermundigen oder Thun meldeten beim Kanton ebenfalls Interesse am neuen System an. Im selben Jahr beauftragte der Grosse Rat die Regierung damit, die rechtlichen Grundlagen so anzupassen, dass auch Gemeinden mit Gutscheinen ihr Kosten über den Kanton abrechnen können.

Laut dem Regierungsrat habe man daraufhin beschlossen, das Pilotprojekt der Stadt Bern mitzufinanzieren und die Erfahrungen von externen Experten auswerten zu lassen. Diese zogen ein mehrheitlich positives Fazit aus dem Pilotprojekt: Insbesondere habe dieses zu mehr Kita-Plätzen und zu kürzeren Wartezeiten geführt. Einzig der zwischen Kitas angestrebte Wettbewerb hat sich nicht eingestellt.

Aufgrund der Ergebnisse soll das System nun auf kantonaler Ebene eingeführt werden. «Endlich», kommentiert FDP-Grossrat Philippe Müller (Bern) den Entscheid. Er sowie andere bürgerliche Grossräte hatten die Systemänderung in einem Vorstoss gefordert, den das Parlament 2011 überwiesen hatte. Dass die Regierung dies erst jetzt umsetzt ist für Müller «Arbeitsverwei­gerung».

«Erfahrungen dank Pilot»

Esther Christen, Leiterin der Abteilung Familie der zuständigen Gesundheits- und Fürsorgedirektion, weist den Vorwurf zurück. «Das Pilotprojekt hat Unsicherheiten beseitigt und wertvolle Erkenntnisse gebracht.» Etwa jene, dass sich mit dem Gutscheinsystem die Mittel effektiver einsetzen liessen. «Mit demselben Betrag können wir mehr Kinder betreuen.»

Bei der ab 2019 geplanten Systemumstellung können die Gemeinden frei wählen, ob sie Betreuungsgutscheine einführen wollen. «Der Kanton finanziert alle von den Gemeinden ausgestellten Gutscheine mit, entrichtet aber sonst keine Subventionen mehr an Betreuungsange-bote», so Christen.

Kostenneutrale Umsetzung

Laut Regierung soll der Systemwechsel möglichst kostenneutral erfolgen. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion prüfe nun ­verschiedene Massnahmen zur Kostensteuerung und bereite die ­nötigen Anpassungen in der Ver­ordnung über die Angebote der sozialen Integration vor. Die Verordnungsänderung liegt in der Kompetenz der Regierung. Diese versichert, dass sie die Gemeinden ausführlich und frühzeitig über die Neuerung informieren wird.

Heute finanziert der Kanton die Elterntarife indirekt mit. Er bewilligt auf Gesuch der Gemeinden eine limitierte Anzahl Plätze in Tagesstätten und Betreuungsstunden bei Tageseltern. Die Gemeinden können diese Plätze und Stunden über den Lastenausgleich abrechnen, den die Gesamtheit der Gemeinden und der Kanton je zur Hälfte finanzieren.

Für die insgesamt rund 3700 subventionierten Plätze in Kindertagesstätten und 1,9 Millionen Betreuungsstunden bei Tagesfamilien stehen in diesem Jahr 61 Millionen Franken zur Verfügung. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.06.2016, 13:04 Uhr

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